Pön-Ex 2009

Bericht vom Pön-EX vom 11.-15. Mai 2009

auf dem Museumsschiff "Zerstörer Mölders" im DMM Wilhelmshaven

geschildert von Christoph Heim
Mitglied der Bordgemeinschaft D187 Zerstörer Rommel

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Sonntag 10.Mai 2009

Nach fast 7 Stunden Autofahrt und 900 zurückgelegten Kilometern sind meine Frau Tanja und ich gut in Wilhelmshaven, im "Hotel Lachs", angekommen.
Da sich das Hotel gegenüber dem Marinemuseum befindet war natürlich der erste Gang rüber ins Museum. Da wir beide uns das erste mal an der PönEx beteiligten, kannte ich die Kameraden "nur" aus dem Internet.

Der Empfang der Teilnehmer die noch vom Wochenende vorher, dem Treffen der BG Mölders, übrig geblieben waren, war aber so herzlich, das wir uns gleich gut aufgehoben fühlten.

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Jürgen (Jambo) begrüßte mich als ob wir uns schon ewig kennen würden, dies gibt es sicher nur unter Zerstörerfahrern.

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Abends wurde noch gemeinsam die "Kogge" in WHV unsicher gemacht und so neigte sich der erste, noch nicht offizielle Tag, dem Ende zu.

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Montag 11.Mai 2009
Arbeitszeit 0900-1800 MESZ

Die Morgenmusterung war für 0910 auf der Schanz angesetzt und wurde durch Vizeadmiral a.D. Günter Fromm und Peter Serke durchgeführt, wobei uns Piet in die Einsatzstationen einteilte und jedem Teilnhemer den Wochenroutineplan aushändigte.

Nach der Musterung begaben wir uns alle auf unsere Stationen.
Vorher jedoch haben wir in der "Material- und Farbenlast" geeignetes Werkzeug wie Hämmer, Schaber und Winkelschleifer von Wilfried bekommen.
Sogleich wir dieses Werkzeug in Empfang genommen hatten, machten wir uns daran den Rost gründlich zu entfernen.

Die Arbeit machte uns allen sehr viel Spaß.

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Während meiner aktiven Zeit als Heizer, hätte ich so etwas mit Sicherheit nicht gern gemacht, aber im Kreise der Kameraden, alle mit einem Ziel vor Augen, die Mölders wieder anständig aufblitzen zu lassen, machte das alles einen Heidenspaß.

Es wurde der ganze Zerstörer unter die Lupe genommen, um vom Rost befreit zu werden.
Von der Back bis an die Schanz, vom Bb.- zum Stb.- Seitendeck, von der Brücke über das ASROC-Deck zum FK-Deck, an den Schornsteinen, in den Masten, ja sogar in den Kessel- und Turbinenräumen überall höre man das gleichmäßige Klopfen der Hämmer und das "gesurre" der Winkelschleifer.

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Kurz und gut, einfach herrlich anzusehen, wenn so viele Freiwillige gerne an einer Sache arbeiten.

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Am Abend trafen wir uns auf dem Wohnschiff Arcona unter der Führung der BG Mölders zum Videoabend und gemütlichen Biercall.


Dienstag 12.Mai 2009
Arbeitszeit 0900-1800 MESZ

Der Dienstag schloss dort an, wo wir am Montag aufgehört hatten.
Es wurde fleißig gearbeitet, gehämmert und zum Teil auch schon mit den ersten Pönarbeiten der Grundierfarbe begonnen.

Das Highlight des Tages war natürlich der "legendäre" Erbseneintopf von Uschi und Karl-Heinz, der sehr schmackhaft war und von allen Teilnehmern gerne gegessen wurde.

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Abends wurde dann noch die Bierkneipe Bavaria von einigen Kameraden heimgesucht um dort einen würdigen "Guten Abendtrunk" einzunehmen.




Mittwoch 13.Mai 2009
Arbeitszeit 0900-1700 MESZ


Nachdem wir so gut im Zeitplan lagen, wurde am Mittwoch eine Stunde weniger gearbeitet als sonst !

Dies ist natürlich völliger Blödsinn.

Der wahre Grund ist, dass sich an diesem Mittwoch, an die Arbeiten auf der Mölders, der Kameradschaftsabend / bzw. das Grillex für alle Teilnehmer anschloss.

Angetreten wurde um 1800 am Versorgungszelt.
Peter Serke sowie der Geschäftsführer des DMM Herr Huck, begrüßten uns und luden zum diesjährigen Kameradschaftsabend / Grillex ein.

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Es wurde gegrillt auf Teufel komm raus und auch gegessen wurde wie die Weltmeister.
Der Grillmeister Andreas vom Marinemuseum verstand sein Handwerk wirklich.

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Im Anschluss wurden noch mehrere Kameraden vom Jade Radio interviewt.
Angefangen von Peter Serke, dem Organisator der PönEx über Monika Fraellstedt Frau eines Kameraden der Erstbesatzung der Mölders und gleichzeitig Mitglied im Küchenteam, über Christoph Heim , als weitester angereister Teilnehmer der PönEx,
auch wurde der Erstkommandant Günter Fromm befragt, sowie der Geschäftsführer des Deutschen Marinemuseums Stefan Hugg und Kamerad Paul Irrgang (BG Lütjens). Zum Ende des Grillabends wurde dann noch Ouzo unter den Kameraden verteilt, der allen sehr geschmeckt hat.



Donnerstag 14. Mai 2009
Arbeitszeit 0900-1800 MESZ

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Farben "Feh- und Basaltgrau".

Dies soll genauer heißen, dass die Roststellen, die Tage zuvor vom Rost befreit wurden und danach mit Grundierung überpönt, nun wieder mit Ihrer Ursprungsfarbe, dem Schiff passend, angestrichen wurden.

So gab es für alle Beteiligten viel zu tun.

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Der ganze Zerstörer wurde nun von vorn bis achtern und von oben bis unten angepinselt.
So wurde Abends dann auch das Oberdeck gesperrt um ungehindert malen zu können.

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Da die Besucher während der PönEx die Mölders ganz normal besichtigen können, ist dies bei diesen Arbeiten etwas hinderlich.

Im Bezug auf die Besucher auf der Mölders, hat sich unser BG-Schmadding Jürgen, alias "Jambo" sehr bewährt.
Denn er gab gern und sehr gut einen wunderbaren Schiffsführer für die Touristen ab.

Abends begab sich die Abordnung der BG Rommel geschlossen erst zum Chinesen und dann noch in die "Kogge".

Leider ging wieder ein wunderbarer Tag auf der Mölders viel zu früh (um ca. 01.30 Uhr) zu Ende.



Freitag 15.Mai 2009 (letzter Tag der PönEx)
Arbeitszeit 0900-1700 MESZ


An diesem Tag hieß es nun wieder Abschied zu nehmen, nach einer wunderbaren, hervorragenden, super tollen Woche an Bord eines 103er Zerstörers, der D186 Mölders.

So wurden noch die letzten anstehenden Arbeiten erledigt, wie gesagt meist nur sogenannte Kleinigkeiten die aber auch noch zu erledigen waren, da sie auch wichtig sind.

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Das große Abschiednehmen stand nun auf dem Programm.

Nach der Morgenmusterung verabschiedeten wir uns von allen Kameraden, um leider die Heimreise antreten zu müssen. Jürgen, Claudia und Andreas verabschiedeten sich in Richtung Hamburg, um am Treffen der "Bordgemeinschaft D 187 Rommel" teilnehmen zu können.

Meine Frau Tanja und ich machten uns in Richtung Peine auf den Weg, um meinen alten Stuben-Kameraden Matze, den ich seit der Grundausbildung kenne zu besuchen. Zerstörerfahrer trifft U-Bootfahrer, Gegensätze ziehen sich bekanntlich ja an...

Wir wurden von allen Teilnehmern auf herzlichste verabschiedet und viel Wehmut lag in unseren Herzen.
Wir waren so begeistert von der Kameradschaft und der Atmosphäre bei der PönEx, so dass dies sicherlich nicht das letzte mal war, an der Aktion teilzunehmen.



Für mich persönlich ging etwas ganz unbeschreibliches in Erfüllung, denn ich hätte nie im Leben daran gedacht, nach meinem Ausscheiden auf der Rommel, jemals wieder einmal einen 103er Zerstörer betreten zu können. Die Mölders muss in jeden Fall als Museumsschiff erhalten bleiben, ein Einsatz beim PönEx lohnt immer.

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mit kameradschaftlichen Grüßen
Christoph Heim alias "heimo"